Rückblick auf die 5. Jahresversammlung
des Kompetenzzentrums Bio4MatPro






Die 5. Jahresversammlung des Kompetenzzentrums Bio4MatPro diente als Plattform für den Austausch von Ideen und Strategien, die wegweisend für die Zukunft des rheinischen Reviers und die Translationsforschung in der Bioökonomie sind.
Zwei Tage lang drehte sich alles um die biologische Transformation und innovationsgetriebene Wertschöpfung im Rheinischen Revier.
Für das an Kompetenzzentrum war es zugleich ein Wendepunkt: Mit der Veranstaltung endete die erste Förderphase, in der seit 2022 über 50 Partner aus Industrie und Akademia zusammengearbeitet haben.
Am 13. Oktober widmete sich die Veranstaltung einem zukunftsgerichteten Ausblick. Nach der Begrüßung durch die Bio4MatPro-Geschäftsstelle ordnete Dr. Christian Lenges (Cegnel LLC) als Mitglied des Bioökonomie-Rats NRW den Weg vom Kohleabbau zum Bioökonomie-Land ein. Dr. Timo Johannes Koch (Pfeifer & Langen) zeigte, wie Kreislaufwirtschaft in der regionalen Industrie konkret wird, und Prof. Dr. Ulrich Schwaneberg und Prof. Dr. Thomas Bergs stellten gemeinsam das Innovationsmodell der RWTH Aachen University vor. In der Podiumsdiskussion „Agenda, Ambition, Anwendung" ging es anschließend um die Frage, wie die HighTech Agenda Deutschland neue Wachstumspotenziale im Revier mobilisieren kann. Am späten Nachmittag zeigten Vertreter der Modellfabrik Papier, des Graduiertenclusters AUFBRUCH und des WSS-Forschungszentrum catalaix als Bio4MatPro-Netzwerkpartner, wie ihre Projekte bereits heute Innovationen vorantreiben. Den Schlusspunkt setzte Dr. Louise von Stechow mit einer Keynote dazu, wie Künstliche Intelligenz die Biotechnologie verändert.
Am 14. Oktober richtete sich der Fokus auf die Praxis. Dr. Aliaksandra Shuliakevich (Plastics Europe Deutschland) fragte, wohin sich die Branche zwischen Wertstoff und Problembild bewegt. Anschließend berichtete Daniela Knopp (Covestro) über Kreislaufwirtschaft und Biotechnologie im Großkonzern, und Dr. Tina Radespiel (BYK-Chemie) beleuchtete Additive als Schlüssel für geschlossene Kreisläufe. Abschließend erörterten Dr. Kirsten Bender (MWIKE des Landes NRW), Gründende und Start-up-Unterstützer:innen gemeinsam die Chancen, Risiken und Perspektiven, die innovative Jungunternehmen im Rheinischen Revier heute und künftig erwarten.
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14. – 16. SeptemberDelegationsreise nach Dänemark
Mitte September besuchte eine Delegation des Forschungsverbunds Modellregion Bioökonomie im Rehinischen Revier das dynamische Innovationsökosystem der Greater Copenhagen Region in Dänemark. Neben Vertreterinnen des Kompetenzzentrums Bio4MatPro ware auch Partner:innen vom BioökonomieREVIER und des Begleitforschung Bioökonomie-VVU vor Ort. Die Reise stand ganz im Zeichen lebendiger Praxisbeispiele für Kreislaufwirtschaft und biobasierte Lösungen ("Biosolutions").
Der erste Tag führte an die Technical University of Denmark (DTU), wo das Center for Biosolutions und das BRIGHT-Institut beeindruckende Einblicke in die Verknüpfung von Forschung, Ausbildung und Industriekooperation gaben. Im DTU Skylab erlebte die Gruppe, wie Start-ups und etablierte Unternehmen gemeinsam Ideen zu marktreifen Innovationen entwickeln. Der zweite Tag verschlug die Besucherinnen und Besucher nach Kalundborg, Heimat der weltweit bekannten industriellen Symbiose, bei der zwölf Unternehmen seit Jahrzehnten Ressourcen miteinander austauschen. Auch das Helix Lab und der FermHub Zealand in der ehemaligen Zuckerfabrik Gørlev zeigten, wie historische Infrastruktur für die Bioökonomie der Zukunft neu interpretiert wird.
Abschließend widmete sich der dritte Tag der Reise weiteren Schlüsselakteuren: Vom Biosolutions Technology Center des Teknologisk Institut über das BioInnovation Institute bis hin zu State of Green Denmark erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fundierte Einblicke in Pilotanlagen, Förderstrukturen und die strategische Gestaltung grüner Transformationspfade. Bleibenden Eindruck hinterließ die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Investoren – insbesondere getrieben durch die Novo Nordisk Foundation.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Organisatoren von Bioökonomie-VVU und AGIT sowie an die Gastgeber:innen in Dänemark, die diesen intensiven Austausch ermöglichten und unsere Delegierten so reichlich mit neuen Perspektiven zurück ins Rheinische Revier entließen. Voller neuer Ideen freuen wir uns darauf, die geknüpften Kontakte weiter auszubauen und den Wandel gemeinsam zu gestalten.

10. – 11. JuniBio Innovations Europe
Bei der Bio Innovations Europe am 10. und 11. Juni in Den Haag wurde einmal mehr deutlich, dass Bioökonomie und Biotech-getriebene Materialinnovationen eine globale Aufgabe sind. Am gemeinsamen Messestand mit The Materials Lab Incubator (MerLIn) zeigte sich im Austausch mit internationalen Akteuren, dass solch zentrale Zukunftsthemen weltweit mit ähnlicher Intensität verfolgt werden. Diese Dynamik unterstreicht die Bedeutung grenzüberschreitender Kooperationen für marktfähige Lösungen.
Auch wenn die Implementierung biobasierter Materialien und Verfahren für viele Unternehmen zunächst eine Investition darstellt, verdeutlichten die Fachbeiträge vor Ort den langfristigen Mehrwert: Sie steigern die Prozesseffizienz und stärken die wirtschaftliche Resilienz. Natnael Behabtu (IFF) veranschaulichte diesen Ansatz in seinem Vortrag anhand der Rohstoffnutzung: Während herkömmlich erdölbasierte, wasserunlösliche Ausgangsstoffe mit hohem chemischen Aufwand modifiziert werden müssen, bietet die Biotechnologie die Chance, von der Natur bereitgestellte, lösliche Bausteine direkt für industrielle Anforderungen zu adaptieren.
Wir haben den intensiven fachlichen Austausch mit den Besucher:innen vor Ort sehr genossen. Die gewonnenen Impulse bestärken uns darin, den Weg zu nachhaltigen Materialinnovationen weiter konsequent zu beschreiten und gemeinsam mit Partner:innen aus Wissenschaft und Industrie voranzutreiben.



28. AprilLaberöffnung des Materials Lab Incubator
Mit der offiziellen Eröffnung der Labore des „Materials Lab Incubator“ (MerLIn) in Baesweiler am 28. April nimmt ein weiterer wichtiger Baustein für biobasierte Innovationen im Rheinischen Revier seine Arbeit auf. Als Schwesterprojekt von Bio4MatPro unterstützt MerLIn junge Teams aus der Biotechnologie dabei, Forschungsergebnisse weiterzuentwickeln und erste Schritte in Richtung Anwendung und Gründung zu gehen.
Nach intensiver Vorbereitung wurden die neuen Laborräume im Internationalen Technologie- und Service-Center (its) feierlich eröffnet. Die Veranstaltung bot zugleich eine gute Gelegenheit, das enge Zusammenspiel von Forschung, Gründungsförderung und regionalen Partnern sichtbar zu machen und die Rolle des Inkubators für zukünftige Innovationsprozesse im Rheinischen Revier zu unterstreichen. Im Rahmen der Veranstaltung stellten die aktuellen Teams ihre Ansätze für nachhaltige Materialien und biobasierte Prozesse vor. Die Projekte reichen von proteinbasiertem Recycling kritischer Metalle über Alternativen zu Palmöl bis hin zu biologisch abbaubaren Additiven und biobasierten Rohstoffen für Beschichtungen, Schmier- und Klebstoffe. Damit zeigt sich auch das breite Innovationspotenzial, das gemeinsam mit zahlreichen Partnern und Förderinstitutionen in Baesweiler weiterentwickelt wird. So etabliert sich der Standort zunehmend als wichtiger Knotenpunkt für nachhaltige Materialien und biotechnologische Anwendungen.
Als Teil des Innovationsnetzwerks rund um die biologische Transformation begleitet Bio4MatPro die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen von MerLIn mit großer Freude und wünscht allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg.





25. – 26. MärzRWTH Tech Impact Festival
Am 25. und 26. März war das Kompetenzzentrum Bio4MatPro dabei, als das RWTH Tech Impact Festival im Hörsaalgebäude C.A.R.L. aus der Taufe gehoben wurde. Das Festival brachte mehr als 1000 Forschende, Gründer:innen und Innovationsverantwortliche aus Unternehmen zusammen, um zentrale Entwicklungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputing, nachhaltige Energie, Biotechnologie und zukünftige Mobilität zu diskutieren. Organisiert wurde das Festival maßgeblich von RWTH Innovation und RWTH Campus GmbH unter der Leitung von Professor Dr. Riesener und Professor Dr. Wessling. Im Mittelpunkt stand der Brückenschlag zwischen exzellenter Forschung und ihrer Umsetzung in marktfähige Lösungen - mit Keynotes, Deep-Dive-Workshops und interaktiven Netzwerkformaten, die den Austausch über Disziplin- und Branchengrenzen hinweg befördern sollten.
Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, stellte die RWTH Aachen bei ihren Begrüßungsworten als zentrale Innovationstreiberin heraus. Sie betonte, dass Innovation in Deutschland entscheidend für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Demokratie sei. Gemeinsam mit RWTH-Professoren warb sie für eine offenere Fehlerkultur, die das Lernen aus Scheitern und Fehlversuchen als integralen Bestandteil von Innovationsprozessen versteht.
Dass diese Haltung zu Innovation und Experimentierfreude bereits heute in verschiedenen Forschungsprojekten gelebt wird, zeigte unter anderem das Kompetenzzentrum Bio4MatPro. Im Stream "Biotech & Life Sciences" zeigte Bio4MatPro-Sprecher Professor Dr. Schwaneberg, welches Potenzial das Protein Engineering für Anwendungen in Medizin, Pharma und Industrie bietet. In der Session "Sustainability and Circular Economy" skizzierte die Geschäftsstellenleiterin des Kompetenzzentrums, Hannah Mathews, wie das Rheinische Revier zur Modellregion der Bioökonomie werden kann und warum Proteine zu "Industriearbeiter:innen" einer biobasierten Wirtschaft avancieren sollten.
Wir danken allen Organisator:innen, Gästen und Beteiligten für zwei spannende Tage voller Impulse und Vernetzung für die Technologien und Materialien von morgen.





11. – 12. MärzCircular Valley Convention
Am 11. und 12. März 2026 war das Kompetenzzentrum Bio4MatPro bei der Circular Valley Convention im Areal Böhler in Düsseldorf vertreten. Die Convention verbindet Konferenz, Expo und Networking und wird als europäische Plattform für die industrielle Kreislaufwirtschaft von der Circular Valley Foundation veranstaltet. In Keynotes, Panels und Fachvorträgen boten über 200 internationale Expert:innen Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Circular Economy.
Die Veranstaltung beleuchtete die gesamte Wertschöpfungskette – von zirkulärem Produktdesign über Nutzung und Wiederverwendung bis hin zu Recycling und Recovery. Im Fokus standen unter anderem die „R-Strategien“ zur Abfallvermeidung, neue Materialien und Recyclingtechnologien, Digitalisierung und KI als Enabler, CO₂-Nutzung und klimaneutrale Industrieprozesse, skalierbare Geschäftsmodelle sowie politische und regulatorische Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige, resiliente Kreislaufwirtschaft in Europa.
Im Rahmen der Expo präsentierte sich das Kompetenzzentrum Bio4MatPro an einem geteilten Messestand gemeinsam mit dem Schwesterprojekt The Materials Lab Incubator (MerLIn). Neben dem gemeinsamen Stand von Bio4MatPro und MerLIn waren auch weitere Partner:innen aus dem Rheinischen Revier sowie Vertreter:innen anderer Strukturwandel- und Ankerprojekte auf der Convention präsent, was den fachlichen Austausch und die Vernetzung entlang neuer zirkulärer Wertschöpfungsketten weiter stärkte.
Die Circular Valley Convention 2026 bot für Bio4MatPro eine großartige Möglichkeit, die Themen Bioökonomie und biologische Transformation in den Kontext der industriellen Kreislaufwirtschaft zu stellen und mit Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Start-up-Szene zu diskutieren. Wir bedanken uns bei allen Gesprächspartner:innen vor Ort für den intensiven Austausch und die wertvollen Impulse für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Wertschöpfung im Rheinischen Revier.




26. – 27. JanuarErster Bio4Mathon
Am 26. und 27. Januar feierte der Hackathon für Biotechnologie und nachhaltige Innovation sein erfolgreiches Debüt. Ziel der Veranstaltung war es, Teilnehmenden und Studierenden unterschiedlichster Disziplinen die Möglichkeit zu bieten, ihre Kreativität und Ideen an realen Herausforderungen aus der Industrie zu erproben.
Der Hackathon begann am 26. Januar um 8:30 Uhr mit einer Begrüßung durch den Bio4MatPro-Sprecher Prof. Dr. Ulrich Schwaneberg sowie Ines Vogt und Dr. Jürgen Eck von The Material Labs Incubator (MerLIn). Anschließend wurden die Challenges unserer Firmenpartner vorgestellt: Zum einen sollten innovative Nutzungskonzepte für die Produktionsanlagen des Partners Pfeifer & Langen entwickelt werden, zum anderen ging es in der Challenge des Start-ups Fizzy Fit um die Formulierung praktischer Proteinshake-Alternativen für ernährungsbewusste Menschen.
Nach einem kurzen „Design Thinking“-Workshop, den Alenka Carstens von der RWTH Innovation GmbH begleitete, konnten die Teilnehmenden die Methoden und Tricks direkt bei der Problemdefinition und der Lösungsfindung nutzen. Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der Weiterentwicklung der Konzepte vom Vortag sowie einer gezielten Vorbereitung auf den Elevator Pitch. Die Expertenjury aus den beteiligten Unternehmen sowie Gründungsexperten von bioimpact und Circular Valley bewertete die Pitches und kürte schließlich unsere Siegerteams.
Der zweitägige Hackathon zeichnete sich durch einen intensiven fachlichen Austausch und ein hohes Maß an Kreativität aus und führte zu zahlreichen innovativen Lösungsansätzen. Bio4MatPro bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden, unseren Partner:innen vom Collective Incubator sowie den Juror:innen für ihr Engagement und ihre Unterstützung.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Bio4Mathon!

















































































